18.02.2021

Den guten Ruf schützen

Sie betreut Hollywood-Stars und Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Sport: Die Hamburger Medienanwältin Dr. Patricia Cronemeyer. Ihre besondere Leidenschaft gilt dem Schutz der Persönlichkeitsrechte. Denn: In Zeiten von Hate Speech, Fake News und dem Kampf um Klicks und Quote kommen diese schneller denn je unter die Räder.

 

Sie haben auch ein Büro in Hollywood und zählen Top-Stars aus dem internationalen und deutschen Showbiz zu Ihren Mandanten. Wie hoch ist der Glamour-Faktor Ihrer Arbeit?

Red-Carpet-Events stehen zwar ab und zu auf meinem Terminplan. Aber im beruflichen Alltag geht es um die Beratung meiner Mandanten rund um das deutsche Vertrags- und Medienrecht, zum Beispiel bei Tourneen oder anderen Engagements. Das erfordert in erster Linie Erfahrung, Gründlichkeit und Diskretion und ist in Sachen Glamour ziemlich unspektakulär.

 

Worum geht es, wenn Sie für Ihre Mandanten vor Gericht gehen?

Es gibt ein Spannungsfeld zwischen dem Interesse der Öffentlichkeit und dem individuellen Persönlichkeitsrecht. Meine Mandanten wehren sich mit meiner Hilfe beispielsweise gegen unwahre Behauptungen, Paparazzi-Fotos oder das Stalking ihrer Kinder.

 

Ist das Risiko gestiegen, Opfer diffamierender Berichterstattung zu werden?

Ja, leider. Das gilt im Übrigen nicht nur für Prominente. Auch Unternehmen und deren Dienstleistungen, Marken und Einzelpersonen geraten heute schneller ins Visier einschlägiger Plattformen und Magazine.

 

Die Medien nehmen es mit der Wahrheit also nicht mehr so genau?

Journalisten müssen Entwicklungen kritisch beobachten und die Öffentlichkeit informieren. Das ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, die von der Mehrheit seriös wahrgenommen wird. Aber gerade in der Yellow Press und im digitalen Raum gibt es immer mehr Geschäftsmodelle, die zum Pushen von Auflage, Klicks und Quote gezielt auf Unwahrheiten und Verletzungen der Persönlichkeitsrechte setzen.

 

Fake News verbreiten sich in Windeseile – können wir uns überhaupt dagegen wehren?

Ja, und das sollten wir in einem solchen Fall auch tun. Jeder Angriff auf die Reputation von Personen und Unternehmen verursacht potenziell auch einen materiellen Schaden – denken Sie nur an Werbe-Partnerschaften oder Sponsoring-Verträge.  Zur Bekämpfung derartiger Angriffe auf dem Rechtsweg gibt es ein wirksames Instrumentarium. Was viele zum Beispiel nicht wissen: Suchmaschinen wie Google können gezwungen werden, Links auf diffamierende Beiträge zu löschen. Das gehört inzwischen zu meinem beruflichen Alltag.

 

Was macht für Sie gute Anwälte aus?

Gute Anwälte sind erfahren, umsichtig und loyal. Mein persönliches Credo lautet „Wer für das Recht in den Ring steigt, darf mächtige Gegner nicht fürchten“.  Ich setze mich mit Herzblut für meine Mandanten ein – egal, ob Unternehmer, Showgrößen oder Einzelpersonen, die nicht in der Öffentlichkeit stehen.

 

 

Was führt eine gebürtige Münchnerin nach Hamburg?

Nach meinen ersten beruflichen Stationen im Europäischen Parlament und in einem großen Konzern startete ich in der Hansestadt meine Laufbahn als Rechtsanwältin in der Kanzlei von Prof. Matthias Prinz. 2009 gründete ich hier meine eigene Kanzlei und bin Hamburg seitdem treu geblieben.

 

 

Im Januar haben Sie zusammen mit drei Partnern BluePort Legal gegründet. Wofür steht die Kanzlei?

Meine Partner Dr. Andreas Jens, Dr. André Soldner und Jörg von Appen (im Foto von links nach rechts) gehören zu führenden Rechtsexperten im internationalen Sport-Business.Unter „BluePort Legal“ bündeln wir unsere Tätigkeitsbereiche und bieten unseren Mandanten damit Beratung aus einer Hand und unter einem Dach. Ich freue mich sehr über die Partnerschaft und bin stolz darauf, zu diesem starken Team zu gehören.

 

 

Vor zwei Jahren überreichten Sie LaToya Jackson den „Kind-Award“ für Michael Jackson’s Charity-Projekt „ USA for Africa“. Welche Rolle spielt für Sie gesellschaftliches Engagement?

Ich sehe es als meine Verantwortung, meine Expertise auch in den Dienst der guten Sache zu stellen. Der „Kind-Award“ wird von der Stiftung Kinderlachen e.V. verliehen, für die ich mich seit einigen Jahren engagiere. Es war mir eine große Ehre, in diesem Rahmen die Laudatio auf Michael Jackson zu halten. Außerdem bin ich im Vorstandsteam des EAGLES Charity Golf Club in meiner Geburtsstadt München.

 

Was lieben Sie an Hamburg?

Den weiten Blick über die Elbe, die frische Brise und das viele Grün. Und die Menschen. Geradeaus, offen und ehrlich. Hamburg ist meine Heimat geworden.

 

Titelfoto: Dr. Patricia Cronemeyer Portrait © Axel Martens
Foto: Mit Otto Waalkes am Rothenbaum © Privat
Foto: Übergabe Kind-Award an LaToya Jackson © Falko Wübbecke
Foto: Team BluePort Legal © Axel Martens

17. Februar 2021 von Redaktion

Kategorien: EntscheiderHamburg berätUnternehmenslust

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Original Beitrag: hamburgschnackt.de

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