25.11.2015

Krankheiten gehören zum Kernbereich der geschützten Privatsphäre

Krankheiten gehören zum Kernbereich der geschützten Privatsphäre. Dies gilt auch dann, wenn es sich um Angehörige von Personen des öffentlichen Lebens handelt. Dr. Patricia Cronemeyer hatte in einem Verfahren vor dem Landgericht Hamburg ein entsprechendes Verbot einer bevorstehenden Berichterstattung über die Mutter eines bekannten deutschen Schlagersängers erwirkt. Das Gericht hat dieses zunächst nur vorläufige Verbot im vorbeugenden Eilrechtsschutzverfahren mittlerweile in der Hauptsache bestätigt. Bei dem Gesundheitszustand handele es sich um eine höchstpersönliche Angelegenheit, die in der Öffentlichkeit nichts zu suchen habe, so das Gericht. Die Mutter werde auch nicht etwa allein durch ihren prominenten Sohn selbst zu einer Person des öffentlichen Lebens.

Dr. Patricia Cronemeyer:
„Ich halte diese von uns erwirkte Entscheidung der Pressekammer Hamburg für absolut richtig. Die Prominenz eines Familienangehörigen kann nicht dazu führen, dass plötzlich die gesamten Familienangehörigen zu Personen des öffentlichen Lebens werden. Schließlich haben sich die Angehörigen nicht freiwillig in die Unterhaltungsöffentlichkeit begeben. In dem vorliegenden Fall ging es nicht um ein berechtigtes öffentliches Informationsinteresse, sondern eher um die Befriedigung der Neugier der Leser.“

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